Der Kurzhaarcollie ist zum Glück eine gesunde Rasse. Durchschnittlich kann die Lebenserwartung mit ca. 13 Jahren liegen, Ausnahmen gibt es! Auch die Senioren bleiben meistens bis ins hohe Alter fit und geistig rege.

 

Einiges zu beschriebenen Krankheiten:

 

Hüftgelenksdysplasie (HD)

 

Sie ist bei Hunden eine weit verbreitete Krankheit und wird durch Erb-, Aufzucht- und Haltungsfaktoren beeinflusst. Der Kurzhaarcollie ist glücklicherweise diesbezüglich erblich nicht vorbelastet. Alle zur Zucht zugelassenen Hunde  müssen eine entsprechend HD - Einstufung vorweisen.

 

Zur Zucht zugelassen werden Hunde mit dem Befund HD - A (frei) und HD-B ( Verdacht-minimale Anzeichen). In Ausnahmefällen auch ein Hund mit HD - C (leichte HD)- dieser darf jedoch nur mit einem HD-freien Partner verpaart werden.

 

 

CEA - Collie Eye Anomalie

 

Ist eine erbliche, angeborenen Augenveränderung. Grund ist eine Fehlbildung des Augenhintergrundes während der Embryonalentwicklung. Es kann zu Störungen in der Entwicklung der Blutgefäße, Einblutungen in das Auge und Spaltbildung der Linse (Kolobom) kommen.

 

CEA kann im Welpenalter durch eine Augenuntersuchung durch einen speziell dafür ausgebildeten Tierarzt festgestellt werden. Leichte Veränderungen können ab der 9. Lebenswoche durch die Pigmentierung der Aderhaut überdeckt werden.

 

CEA tritt in verschiedenen Schweregraden auf. Die leichte Form (Choroidal Hypoplasie -CH oder CDR genannt) beeinträchtigt den Hund in seiner Lebensweise nicht, oft wird diese Veränderung durch den Besitzer noch nicht einmal wahrgenommen. Die schwere Art das Kolobom (Netzhautablösung, leichte Sehstörungen, Einblutungen ins Auge und/oder Spaltbildung der Linse) tritt in sehr seltenen Fällen auf.

 

Der Schweregrad ist angeboren und verändert sich im Laufe des Lebens nicht, eine Heilung gibt es aber auch nicht.

 

Man unterscheidet drei Genotypen:

 

CEA/CH normal: vom Phänotyp und genetisch frei

 

CEA/CH carrier: Träger - der Hund ist nicht erkrankt, besitzt aber ein normales und ein verändertes Gen, das er an mögliche Nachkommen weitergeben kann

 

CEA/CH affected: Betroffener Hund, er zeigt Veränderungen in der Schlängelung der Blutgefäße im Augenhintergrund. 

 

Das Gen für CEA ist rezessiv, daher erkranken nur Hunde, die das betroffene Gen doppelt (homozygot) tragen. 

Durch einen Gentest kann festgestellt werden, welchen Status ein Hund hat.

 

 

PRA - Progressive Retina Atrophie

 

Auch die PRA ist angeboren, kann durch einen Gentest festgestellt werden und ist nicht heilbar. Der Erbgang ist auch hier rezessiv. Es gibt eine Frühform, die im Alter von ca. 12 Monaten auftreten kann und eine spätere Form bei der sich Sehstörungen im Alter von 3-6 Jahren zeigen. Im weiteren Verlauf führt PRA zur Blindheit.

 

Mit an PRA erkrankten Hunden darf nicht gezüchtet werden.

 

 

Katarakt (Graue Star)

 

Als Katarakt wird die Trübung der Augenlinse bezeichnet. Es gibt verschiedenen Formen:

Ist der Katarakt angeboren, dann ist bereits der Welpe erkrankt. Der Erbgang ist hier ebenfalls rezessiv.

 

Durch Verletzungen oder Krankheiten (PRA, Stoffwechselkrankheiten ect.) kann im Laufe eines Hundelebens ebenfalls Katarakt auftreten.

 

Durch eine Operation kann ein Katarakt entfernt werden.

 

Von der Zucht ausgeschlossen sind Hunde, bei denen genetische Ursachen festgestellt wurden.

 

 

MPP - Membrana Pupillaris Persistens

 

MPP bezeichnet Reste der fetalen Gefäßversorgung, die für die Bildung der Iris, Linse und Hornhaut verantwortlich sind. Diese Blutgefäße bilden sich in der Regel in den ersten Lebenswochen zurück. Sind später noch pigmentierte Gewebestränge sichtbar, spricht man von persistierenden Pupillarmembranen. In der Regel haben sie keine bis geringfügige Auswirkungen auf das Sehvermögen und können sich in der weiteren Entwicklung vollständig zurückbilden.

 

RD-Retinadysplasie

 

Im Augenhintergrund treten kleine Fältchen auf, die beim Welpen vereinzelt vorkommen können. Während des Augenwachstums können diese Fältchen dann glätten und sind beim erwachsenen Hund nicht mehr feststellbar. Der Erbgang ist hier ebenfalls rezessiv. Glätten sich die Fältchen nicht, beeinträchtigt dies die Sehfähigkeit bis hin zur Erblindung.

 

 

MDR 1

(Multidrug Resistance- Transport Defekt)

 

MDR 1-Defekt bedeutet, dass bestimmte Hunderassen (Collie und andere Hütehundrassen) besonders empfindlich auf bestimmte Medikamente reagieren können. MDR 1 ist eine genetische Erkrankung und wird rezessiv vererbt.

 

Ein funktionierendes MDR 1-Gen schützt das Hirn vor dem Eindringen von Arzneiwirkstoffen aus dem Blutkreislauf. (Blut-Hirn-Schranke) Die Ausscheidung über Leber und Niere wird positiv beeinflusst und eine Aufnahme im Darm verringert. 

 

Funktioniert diese Schranke nicht, können Wirkstoffe unter anderem auch lebensbedrohliche neurotoxische Nebenwirkungen ( z.B. Bewegungs- und Koordinantionsstörungen, Zittern, Erbrechen, Speicheln, Benommenheit bis hin zum Koma) hervorrufen.

 

Informieren Sie bitte Ihren Tierarzt über den Genstatus ihres Hundes, dann kann bei Bedarf auf ein alternatives Mittel zurückgegriffen werden. Krank sind die Hunde des Genotyp -/- nicht. Nur eine besondere Umsicht und Vorsicht bei der Medikamentenwahl ist notwendig. Pferdehinterlassenschaften können Medikamente enthalten, dies sollte nicht leichtfertig ignoriert werden. 

 

Es gibt Genotypen:

MDR1 -/-, MDR1 +/- und MDR1 +/+

 

Der Genotyp -/- ist von dem Defekt betroffen. Die Blut-Hirn-Schranke funktioniert nicht. Es dürfen bestimmte Arzneistoffe bei einer Therapie nicht eingesetzt werden. Ansonsten ist der Hund gesund. Er würde immer ein defektes Gen vererben.

 

Der Genotyp +/- ist heterozygoter Merkmalträger. Das MDR1 "+" Gen überlagert das negative Gen. Die Blut-Hirn-Schranke funktioniert weitgehend normal und bieten einen Schutz vor den relevanten Arzneien bei normaler therapeutischer Dosierung. Vorsicht ist bei Zystotika und hochdosierten makrozyklischen Laktonen. Er würde entweder ein defektes Gen oder ein gesundes Gen vererben.

 

Der Genotyp +/+ hat ein voll funktionsfähiges MDR1-Gen. Es müssen keine Vorsichtsmaßnahmen berücksichtigt werden. Dieser Genotyp vererbt ausschließlich gesunde MDR1 Gene.

 

Folgende Medikamente sollten bei Hunden mit MDR1-Defekt nicht angewendet werden: Ivermectin-Präparate, Doramectin-Präparate, Moxidectin-Präparate und Loperamid-Präparate

 

Vorsichtig zu verwenden sind folgende Präparate:

Zytostatika, Immunsupressiva wie Syclosporin A und andere, Opioide wie Morphin u. andere, Herz-Kreislauf-Medikamente, Antimyotika, Antibiotika wie Rifampicin und andere. 

 

Unbedenklich können folgende Arzneimittel angewendet werden:

Spot on´s mit dem Wirkstoff Moxidectin, Milbemycinoxim, Selamectin, Emodepsid.

 

Eine ausführliche Liste der Arzneistoffe findet man auf der Internetseite der UNI Giessen oder bei Laboklin.

 

Hier ein sehr guter Link:

 

http://www.tierarzt-rueckert.de/blog/details.php?Kunde=1489&Modul=3&ID=19426